2 Gedanken zu „Folge 37“

  1. Zum Thema Zins uns Zinseszins möchte ich gerne mal sagen, daß das System als solches nicht notwendigerweise schlecht ist, sondern daß es in der Tat auch etliche gute Seiten hat. Ich möchte hier mal gerne zwei Beispiele bringen.

    Das erste ist die Altersvorsorge in den USA – es gibt hier zwar eine kleine gesetzliche Rente, der überwiegende Teil kommt jedoch aus privater Vorsorge (401k). Die Idee dahinter ist daß man selbst Geld anspart anstatt im Alter der Allgemeinheit zur Last zu fallen – und der Zinseszins-Effekt führt dazu, daß jemand der in jungen Jahren anfängt vorzusorgen hinterher wesentlich besser dasteht als jemand der einfach nur in den Tag hinein lebt und alles ausgibt. Somit gibt der Zinseszins also gewissermaßen jungen Leuten einen Anreiz frühzeitig an die Altersvorsorge zu denken. Oder man kann es auch andersherum interpretieren und sagen daß man in jugen Jahren nur einen Bruchteil dessen ansparen muß, daß man später im Alter einmal zum Leben brauchen wird.

    Die Banken haben selbstverständlich kein Interesse daran daß die Leute vernünftig wirtschaften und Geld sinnvoll fürs Alter anlegen, denn sie verdienen ihr Geld ja gerade damit den Leuten einzureden sich irgendwelche überteuerten Produkte zu kaufen die sie sich weder leisten können noch wirklich brauchen.

    Das zweite Beispiel ist jemand hat eine tolle Idee, aber nicht das Geld sie in die Tat umzusetzen. Wer z.B. eine eigene Firma gründen möchte braucht zunächst erstmal für die ersten paar Jahre genug Geld um sich über Wasser zu halten. Alles was man hat ist die Idee für die neue Erfindung – d.h. man kann auch keine Tauschgeschäfte machen, denn wer tauscht schon gerne wertvolle Rohstoffe gegen eine bloße Idee?

    Niemand wird einem allerdings einfach mal so Geld für eine bloße Idee geben ohne später einmal irgendetwas dafür zu erhalten – insbesondere dann wenn die benötigte Geldsumme so hoch ist daß man sie niemals zurückzahlen könnte falls die Idee scheitert. Hierzu ist es also hilfreich eine Zinssystem zu haben, wodurch reiche Leute in diese Idee „investieren“ können (z.B. via Firmenbeteiligungen / Aktien).

    Man kann also sagen für den Privatman ist das Zinssystem von Vorteil wenn er entweder selbst Geld (z.B. für die eigene Altersvorsorge) anlegen will – oder aber sich welches für sinnvolle Zwecke leihen möchte.

    Und wenn ich von „sinnvollen Zwecken“ spreche meine ich selbstverständlich nicht die Befriedigung von Konsumbedürfnissen – sondern Dinge die zum Leben elementar wichtig sind und einen langfristigen Vorteil bringen.

    Gefällt mir

    1. Hier vermischen Sie die Begriffe und gelangen deshalb in eine Sackgasse. Zuerst müssen die Menschen mal wieder so anständig für Arbeit bezahlt werden, daß es überhaupt möglich ist von dem Lohn etwas zur Seite zu legen. Es war bis vor wenigen Jahrzehnten auch in der BRD noch so, daß die Menschen guten Lohn erhalten haben und davon etwas sparen konnten. Heute sind die Menschen – der größte Teil – nur noch billige Arbeitssklaven. Z.B. eine Verkäuferin, die mit netto 1400 € abgespeist wird, davon schon mehr als die Hälfte für Wohnkosten (inkl. Nebenkosten) aufbringen muß, vielleicht noch ein Auto unterhalten muß weil die Arbeitszeiten und Wege unnatürlich sind, kann von dem kläglichen Rest nicht viel vorsorgen.

      Sie meinen, die Banken hätten kein Interesse daran, daß die Menschen vorsorglich wirtschaften. Gewiß! Aber nur weil die Banken eben in Privathand sind. Eine Staatsbank, deren erstes Ziel es sein muß das Volk am Leben zu erhalten – wozu auch eine funktionierende Wirtschaft gehört – wird ein reges Interesse daran haben, daß die Menschen vernünftig haushalten und wirtschaften.

      Auch Investitionen in junge Unternehmer gehören dann zu diesen Aufgaben. Die Renten sollen den alten Menschen – die ihr Leben lang für das Wohl des Volkes gearbeitet haben – ein Rentendasein in Würde ermöglichen und nicht den Bettelstab aushändigen. Wenn die Erträge aus dem Volk nicht in die Hände von wenigen Fließen, sondern in den Kassen des Volkes verbleiben, ist dies problemlos möglich.

      Eine kleine Verzinsung bereitgestellten Kapitals für „gute Zwecke“ ist in einer Übergangszeit auch nicht als Unmöglichkeit gedacht. Sich aber ohne Arbeit – ohne etwas zu erschaffen – ein Leben lang auf die faule Haut zu legen, ist etwas anderes.

      GruSS H H

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s